Projekthintergrund
Im Projekt „Übermorgen“ der Bundeskulturstiftung entstand in Federführung des Puppentheaters Magdeburg eine experimentelle Auseinandersetzung mit den Potenzialen digitaler Fertigungstechnologien im zeitgenössischen Puppenbau. Im Mittelpunkt stehen die Erforschung und Anwendung von Rapid-Prototyping-Verfahren sowie die Übertragung klassischer Entwurfsmethoden des Produktdesigns auf die Entwicklung von Theaterpuppen und deren Komponenten. Vorbereitung und Durchführung erfolgen von Dezember 2025 bis Dezember 2026. Untersucht wurden konstruktive und gestalterische Möglichkeiten additiver Fertigungsverfahren, insbesondere des 3D-Drucks, hinsichtlich Formgebung, Mechanik, Materialeigenschaften und visueller Erscheinung. Darüber hinaus wurden Aspekte wie Reproduzierbarkeit, Individualisierung, Reparaturfähigkeit und die Integration digitaler Fertigungsprozesse in den handwerklichen Puppenbau experimentell erprobt. Die entstandenen Prototypen und Versuchsreihen liefern wertvolle Erkenntnisse für den Einsatz innovativer Fertigungstechnologien im Spannungsfeld von Design, Kunst und Theaterpraxis.
Projektinhalt
Das gemeinsame Projekt „Zukunft p.“ des Puppentheaters und der Hochschule Magdeburg-Stendal will dabei im Projektzeitraum herausfinden, wie aus einer Verflechtung der Theaterpraxis und der angewandten Lehre und Wissenschaft neue Impulse und Innovationen für beide Institutionen entstehen können und Kultur und Forschung ineinander greifen können, um Lösungen für die Fragen der Gegenwart zu finden. Das Projekt regt zum Mut an, institutionelle Grenzen zu übertreten und neue Formen des Selbstverständnisses und des Wirkens der jeweiligen Institutionen in einer Stadtgesellschaft zu begründen.
Einblicke in ein Teilprojekt zu Material und Nachhaltigkeit innerhalb von „Zukunft p.“
Im Rahmen von „Zukunft p.“ erarbeiteten Studierende aus den BA-Studiengängen Industrial Design und Recycling, Umwelt und Nachhaltigkeit (RUN) in einem Teilprojekt zu Material und Nachhaltigkeit unter der Leitung von Cora Gebauer und Prof. Mathias Bertram (Fachbereich Ingenieurwissenschaften und Industriedesign, Studiengang: Industrial Design) gemeinsam Handlungsfelder zur Kreislauffähigkeit verschiedener Bereiche im Puppentheater.


Auf diese Weise entstanden Konzepte zur Optimierung des Puppenfundus, ein Puppenbaukasten für die Theaterpädagogik, ein Puppenpass zur Bestimmung der Materialien und ihres Impacts und eine Puppentheatertonne als Sammelstelle für Requisiten und Puppenbaumaterialien für anstehende Inszenierungen.
Die Verknüpfung von Design, Ingenieurswissenschaft und Puppenbaukunst führte zu unerwarteten Ansätzen, die nur in der Interdiziplinarität entstehen konnten.
Projektinformationen:
Projektlaufzeit: Vorbereitung, Durchführung und Abschlusspräsentation Dezember 2025 bis Dezember 2026; Hauptschwerpunkt im Sommersemester 2026
Projektverantwortliche an der Hochschule: Prof. Mathias Bertram und Cora Gebauer, Fachbereich Ingenieurwissenschaften und Industriedesign, Studiengang: Industrial Design (B.A.)
Leitung des Gesamtprojekts „Übermorgen“: Puppentheather Magdeburg, Intendantin Sabine Schramm
Projektleitung: Moritz von Schurer (Leitender Dramaturg am PTMD) und Carolin Ott (Wissenschaftskommunikatorin)
Projektbegleitung: Paul Hentze (Puppenbauer- und Spieler), Ingo Mewes (Puppenbauer und Lehrender der HfS „Ernst Busch“ Berlin), Julian Jungel (Lehrender der HfS „Ernst Busch“ Berlin im Labor für Digitaltechnik)
Projektförderung: Förderprogramm „Übermorgen – Neue Modelle für Kulturinstitutionen“ der Kulturstiftung des Bundes

