Graffiti in Stendal – gesprühte Botschaften und Selbst-Adressierungen

In einem Pilotprojekt im Wintersemester 2025/26 wurden von 19 Studierenden aufgeteilt in fünf Gruppen im Kurs unter dem Leitthema „Performative Sozialwissenschaft“ alle in der Innenstadt von Stendal und in einem Teilgebiet von Stendal Stadtsee vorfindbaren Graffitis fotografiert und die Recherchearbeit dokumentiert. Insgesamt liegen weit über 2.500 Fotos vor, die die Vielfalt der an Wänden und Gegenständen hinterlassenen (gesprühten und geschriebenen) Spuren zeigen – ob nun Tags als typische Kürzel, Streetart qua Murals (Wandgemälde, darunter auch die kommerziell erstellten), per Schablonen (Stencils) aufgebrachte, oft als politische Botschaften gesprühte Parolen sowie speziell eben Grafitti, verstanden als gesprüht-stilisierte Buchstaben im öffentlichen Raum.
Nach einer ersten Sichtung und Sortierung werden in einen Forschungsprojekt die weiteren Analysen vorgenommen und die Aufbereitung der Projektdaten konkretisiert.

Analyseperspektiven beziehen sich auf die politischen Botschaften ebenso wie auf künstlerisch-ästhetische Stilmittel und auf jugendkulturelle Aneignungspraxen (Raummarkierungen, Crossings). Leitend ist die dabei die übergeordnete Frage, welche Aussagen sich über Stendal anhand der Graffitis treffen lassen.

Für die Datenaufbereitung wird unter Rückgriff auf die visuelle Grounded-Theory-Methodologie gearbeitet, die aber noch mit Blick auf die diversen Gestaltungen und Formen modifiziert/ adaptiert werden muss. Inwieweit das Forschungsdesgin noch ergänzt wird durch Interviews mit Graffiti-Sprühenden etc., wird im Laufe der Analyse entschieden.

Projektinformationen:

Laufzeit: 01.10.2025 – 31.12.2026

Projektleitung: Prof. Dr. habil. Günter Mey, Fachbereich Angewandte Humanwissenschaften

Projektmitarbeitende: Gerrit Manz, Nini Schmidt

Kooperationen: Prof. Dr. Marc Dietrich, IU Bremen; Dr. Paul Eisewicht, Universität Münster

Förderung: Förderkreis der Hochschule Magdeburg-Stendal

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